Anschaffung von Leopardgeckos

Schritt 7: Quarantäne

Bevor Ihre neu erworbenen Leopardgeckos in ihr endgültiges Terrarium einziehen, sollten Sie die Tiere vier bis sechs Wochen in einem separaten Quarantäneterrarium halten und deren Gesundheitszustand überprüfen. Denken Sie daran: Auch wenn Ihr Gecko fit und munter aussieht, heisst das nicht, dass er dies wirklich ist. Oft ist ein Parasitenbefall nicht mit blossem Auge erkennbar.

Dringend zu empfehlen ist eine Quarantäne vor allem auch dann, wenn Sie bereits Tiere bei sich zuhause halten. Wenn Sie einen mit Endoparasiten (Innenparasiten) infizierten Gecko in eine bestehende Gruppe setzen, wird sich schnell Ihr gesamter Bestand anstecken. Zum Schutz und Wohle Ihrer Tiere stellen Sie also am besten erst sicher, dass Neuzugänge fit und gesund sind. 

 

Einige der unten aufgeführten Tipps und Anregungen mögen dem Leser/der Leserin teilweise übertrieben erscheinen. Ich bitte Sie trotzdem, dieses Thema ernst zu nehmen und nicht zu unterschätzen. Mit einigen Parasiten ist in der Tat nicht zu spassen - manche sind gar unbehandelbar und führen unweigerlich zum Tod von Leopardgeckos.

 

 

 

Vorgehen während der Quarantäne

Eines vorweg: Arbeiten Sie während der Quarantäne sauber und gewissenhaft - sowohl mit den Tieren als auch mit Einrichtungsgegenständen. Gerade dann, wenn Sie bereits weitere Reptilien pflegen. In diesem Falle ist es sogar ratsam, die frisch erworbenen Tiere nicht im gleichen Raum zu halten wie Ihre anderen Echsen, Schlangen oder Schildkröten.

Um die Gefahr einer Übertragung zu minimieren, verwenden Sie am besten Einweghandschuhe aus Latex oder ähnlichen Materialien. Für den Fall, dass sie mehrere Quarantänebecken gleichzeitig unterhalten, sind bei der Säuberung jedes Beckens neue, frische Handschuhe zu verwenden! 

Gleichzeitig ist es natürlich ratsam, die Tiere zwar genau zu beobachten, jedoch möglichst nicht anzufassen. Die neuen Mitbewohner sind zudem oft etwas scheu und schätzen es, wenn sie erst einmal in Ruhe gelassen werden, sich einleben und vom Umzugsstress erholen können.

 

Nach ein paar Tagen kann eine Kotprobe der Tiere untersucht werden. Dies können Sie etweder bei einem reptilienkundigen Tierarzt machen lassen oder aber selber einschicken.

 

Bei einem negativen Befund (wenn die Tiere also gesund sind) wird von den meisten Züchtern empfohlen, den Test nach zwei bis drei Wochen zu wiederholen.

Bei einem positiven Ergebnis (wenn die Tiere also einen Parasiten aufweisen) ist ein reptilienkundiger Tierarzt zu kontaktieren. In der Regel gibt auch das jeweilige Labor bereitwillig Auskunft über mögliche Vorgehensweisen und kann Sie auch mit geeigneten Adressen von Tierärzten versorgen.

 

Nach vier bis sechs Wochen in Quarantäne und einem negativen Befund können Ihre Leopardgeckos endlich ins neue Heim einziehen. 

Leopardgecko Eublepharis macularius  Quarantäne

Neu erworbene Leopardgeckos sollten zuerst unter Quarantäne gehalten werden, bevor sie ins neue Zuhause einziehen.

Leopardgecko Eublepharis macularius  Quarantäne Desinfektion Pinzette Handschuhe

Arbeiten Sie mit Handschuhen und Desinfektionsmitteln. Umso mehr, wenn Sie bereits andere Tiere zuhause pflegen.

Das Quarantäneterrarium

Als Quarantäneterrarium kann ein kleines Vollglasterrarium oder sogar eine grössere Plastikbox dienen. Da die Beheizung und Beleuchtung eines Quarantänebeckens in etwa jenen des Endterrarriums entsprechen sollten, dürfte für die meisten Halter ein kleines Glasterrarium einfacher einzurichten sein. Verwenden Sie bitte kein Holzterrarium. Dieses ist beinahe unmöglich steril zu reinigen. Für den kurzzeitigen Aufenthalt reicht eine Bodenfläche von etwa 70 x 30 cm pro Tier absolut aus. Um spätere Kotproben einem Tier zuordnen zu können, ist es vorteilhaft, wenn die Tiere einzeln gehalten werden. Wenn Ihre Tiere aus der selben Zucht stammen, können sie jedoch auch gemeinsam in einem Quarantänebecken gepflegt werden. Tiere, die aus verschiedenen Zuchten stammen, müssen hingegen dringend separiert werden. Sie riskieren sonst, dass Tiere aus einer verseuchten Zucht Ihre gesunden Schützlinge anstecken.

 

Als Bodengrund wählt man am besten Haushalts- oder Zeitungspapier. Dieses ist sehr hygienisch und kann problemlos täglich ausgetauscht werden. Die übrige Einrichtung ist möglichst spärlich zu gestalten: Ein Wassernapf, eine Schale mit Calcium sowie zwei bis drei Versteckmöglichkeiten. Achten Sie darauf, die Verstecke in einer angemessenen Grösse zu wählen. Leopardgeckos lieben enge, dunkle Verstecke. Halbierte Toilettenpapierrollen eignen sich sehr gut für diesen Zweck, da sie je nach Grösse der Tiere etwas grösser bzw. kleiner zugeschnitten werden können. Ausserdem ist es eine kostengünstige Variante, denn am besten wird mit dem Papierwechsel auch gleich das Versteck ausgewechselt und entsorgt. Grundsätzlich sind auch Korkstücke oder eigens präparierte PVC-Röhren (Vorsicht bei scharfen Kanten und Brauen!) als Unterschlupf geeignet, diese müssen aber regelmässig in kochendem Wasser sterilisiert werden. Rückwände zu gestalten und den Tieren zur Verfügung zu stellen ist zwar eine schöne Idee, aber in diesem Fall äusserst kontraproduktiv. 

Eine Feuchtbox (wetbox) ist auch während der Quarantäne zu empfehlen, da sich Leopardgeckos so am besten und problemlosesten häuten. Allerdings sollte man auf das Erde/Sand-Gemisch verzichten. Viel hygienischer und ebenfalls leicht austauschbar sind einige Lagen angefeuchtetes (nicht nasses!) Toilettenpapier. 

Leopardgecko Eublepharis macularius  Quarantäne Quarantäneterrarium

Ein Quarantäneterrarium muss nicht sehr gross sein. Aus hygienischen Gründen wird es spärlich eingerichtet.

Leopardgecko Eublepharis macularius  Quarantäne Desinfektion Pinzette Handschuhe

EInrichtungsgegenstände: Karton und Styropor als Verstecke, Feuchtbox mit Toilettenpapier sowie ein Wassernapf.

Beheizung eines Quarantänebeckens

Wie bereits erwähnt, sollte das Quarantäneterrarium etwa die gleichen klimatischen Werte aufweisen, wie später das eigentliche Terrarium. 

Die beste Methode ist dabei die Beheizung von oben mittels eines kleinen Halogenstrahlers. Diese sind mit diversen Wattleistungen erhältlich. Gerade in kleineren Terrarien ist die Überhitzungsgefahr recht gross - verwenden Sie daher ein schwaches Leuchtmittel. Welche Wattzahl dabei optimal ist, hängt von der Terrarienhöhe, dem Baumaterial des Beckens sowie dem Klima in Ihrer Wohnung ab. Eine pauschale Anleitung dazu können wir Ihnen kaum geben. Es bleibt Ihnen nichts anderes übrig als zu probieren. Ich bevorzuge das Produkt Halogen Sun von Lucky Reptile. Sie können diese HIER bestellen. 

Es wäre wünschenswert, wenn Temperaturen von tagsüber 22°C bis 24°C im kühleren Bereich und 28°C bis maximal 32°C im wärmeren Bereich erreicht würden. Wichtig ist, dass den Tieren auch diese kühleren Bereiche zur Verfügung stehen. Nachts müssen die Lampen ausgeschaltet werden, damit die Tiere den gewohnten Hell-Dunkel-Rhytmus haben. Dadurch sinkt auch die Temperatur auf Zimmerwerte.

 

Manche Halter setzen Ihre Tiere zur Quarantäne in Plastikterrarien. Diese sind günstig und ebenfalls gut und einfach zu reinigen. In den meisten Fällen wird hier allerdings eine Beheizung via Lampe schwierig. Daher wird die Quarantänebox kurzum auf eine handelsübliche Heizmatte aus dem Terraristikbedarf gestellt. Stellen Sie jedoch nie die gesamte Bodenfläche eines Beckens auf eine Heizmatte. Dies würde schnell zu einer Überhitzung und in der Folge unter Umständen sogar zum Tod Ihrer Leopardgeckos führen. Am besten wird lediglich 1/4 bis 1/3 der Grundfläche auf eine Heizmatte gestellt. Wer hierbei ganz sicher gehen will, bringt an der Heizung einen Thermostat an, sodass diese beim Erreichen der programmierten Temperatur abschaltet. Passende Heizmatten sind HIER erhältlich.

Leopardgecko Eublepharis macularius  Quarantäne

Verwenden Sie kleine Halogenlampen mit geringer Leistung als Wärmequelle. Bezugsquelle: terrarientechnik.ch

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Falls Sie eine Faunabox (natürlich mit Deckel) für die Quarantäne verwenden, achten Sie darauf, dass das Behältnis nicht überhitzt.