Einrichtung

Sobald das Terrarium an einem geeigneten Standort platziert und die erforderliche Technik installiert wurde, muss das Becken als nächstes möglichst artgerecht eingerichtet werden. Es ist selbstverständlich, dass dies einige Tage vor dem Einzug der Tiere geschehen sollte. Eine "Einlaufphase", wie dies bei Aquarien zur Sicherstellung der Wasserqualität erforderlich ist, muss bei einem Leopardgecko-Terrarium nicht eingeplant werden. Dennoch sollte man das Terrarium überlegt einrichten und anschliessend Parameter wie beispielsweise die Temperatur in verschiedenen Wärmezonen überprüfen. Zwar können Sie sich bei der Wahl und Anordnung der Einrichtungsgegenstände bis zu einem gewissen Grad kreativ ausleben, jedoch gibt es auch einige Punkte, die dringend beachtet werden sollten. Diese sind im Folgenden festgehalten.

Naturkork

Leopardgeckos ziehen sich tagsüber gerne in ihre kühleren Höhlen zurück. Die Tiere nehmen allerdings auch andere Rückzugsmöglichkeiten gerne an. Das Anstossen mit der gesamten Körperoberfläche an Gegenständen vermittelt den Tieren ein Gefühl von Sicherheit. Daher überrascht es nicht, dass Leopardgeckos möglichst enge Verstecke in der Regel bevorzugen.

Wir selbst arbeiten hierfür gerne mit Korkstücken, welche aus der Rinde der Korkeiche gewonnen werden. Dieses Naturprodukt ist in fast jeder auf Terraristik spezialisierten Zoofachhandlung für wenig Geld erhältlich. Wir empfehlen Ihnen, Korkstücke nicht als Gebrauchtware zu erwerben. Schliesslich kann man nie wissen, welchen Tieren sie zuvor als Unterschlupf dienten und wie es um die Gesundheit dieser Terrarienbewohner bestellt war.

Da Leopardgeckos, wie bereits erwähnt, enge Verstecke bevorzugen, macht es nur wenig Sinn, hohe Korkstücke für unsere Zwecke zu wählen. Es reicht völlig aus, wenn die flach aufliegenden Stücke eine Höhle mit einer Höhe von lediglich 2 bis 3 cm aufweisen. Im Gegenzug dürfen die Korkstücke dafür umso grossflächiger sein. Aufgrund des geringen Gewichts von Kork können auch kleine Korkaufbauten geformt werden. Selbstverständlich können diese zur Sicherheit auch fix miteinander verbunden werden; beispielsweise mit Terrariensilikon oder Schrauben. Vergewissern Sie sich jedoch, dass durch letztere keine Verletzungsgefahr für die Geckos besteht.

Korkstücke vergrössern die zur Verfügung stehende Aktionsfläche von Leopardgeckos ungemein. Trotzdem sollte man es nicht übertreiben und den Tieren auch offene Flächen zur freien Bewegung bieten.

Bei der alljährlichen Komplettreinigung des Terrariums können Korkstücke problemlos ausgekocht und wiederverwendet werden. Dass sich das Kochwasser dabei braun verfärbt und die noch feuchten Korkstücke einen ungewohnten Geruch entwickeln, ist absolut normal und unbedenklich.

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Platten aus Naturkork bilden hervorragende Verstecke für Leopardgeckos. Die Tiere bevorzugen enge Hohlräume. 

Steine 

Durch die Verwendung von echten Steinen im Terrarium können Sie auf einfache Art und Weise eine natürliche Umgebung nachbilden. Leider bergen die oft schweren Objekte auch eine tödliche Gefahr: Wenn Steine nicht niet- und nagelfest sind, kann es schnell zu bösen Unfällen kommen. Obwohl Leopardgeckos typischerweise keine eigenen Höhlen anlegen, können sie dennoch einen Stein etwas untergraben und diesen so zum Umstürzen bringen. Schon zig Geckos fanden so ein tragisches Ende.

Stellen Sie echte Steine daher niemals auf das Substrat, sondern immer auf den Terrarienboden. Erst danach wird das Substrat eingefüllt. Sollten Sie ein Glasterrarium erworben haben, empfiehlt es sich, Steine auf ein kleines, dünnes Stück Styropor zu stellen. So vermeiden Sie Spannungen und gegebenenfalls Sprünge im Glas. Stellen Sie unbedingt sicher, dass die Steine nicht verrutschen können – und unterschätzen Sie dabei nicht die Kraft, die eine kleine Echse wie ein Leopardgecko entwickeln kann!

Sie können auch künstliche Steine aus Styropor und Fliesenkleber herstellen. Diese sind leichter und daher weniger risikoreich. Sie finden dazu zahlreiche Bauanleitungen im Internet.  

Natursteine können im Terrarium probemlos eingesetzt werden. Allerdings dürfen sie von den Tieren nicht untergraben werden können. Ein Einsturz von Steinaufbauten ist unbedingt zu verhindern!

Klettermöglichkeiten

Obwohl Leopardgeckos als Bodenbewohner gelten, klettern viele Individuen ab und an ganz gerne. Es ist daher zu empfehlen, Äste oder andere Klettermöglichkeiten im Terrarium anzubringen. Da die Tiere auf glatten Oberflächen schnell den Halt verlieren und herunterfallen, sollten nur Äste mit einer rauen Oberfläche verwendet werden. Mit ihren Krallen können sie sich so besser festhalten. Als besonders geeignet haben sich Äste der Korkeiche (auch Tronchos genannt) erwiesen.

Manche Halterinnen und Halter empfehlen Einsteigern, Äste im Wald zu sammeln und im Terrarium zu verwenden. Dies ist grundsätzlich durchaus möglich. Auch hier sollten Hölzer mit möglichst rauer Oberfläche verwendet werden. Reinigen Sie die gesammelten Hölzer gründlich und lassen Sie sie einige Wochen trocknen. Je nach Grösse der Objekte können diese auch mit kochendem Wasser oder im Backofen (ca. 20 min. bei 160°C) weitgehend sterilisiert werden. Das Holz muss beim Einsetzen ins Terrarium durch und durch trocken sein. Vorsicht: Hölzer, die Harze absondern, sind unbedingt zu meiden!

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Korktronchos und diverse Wurzeln bieten gute Klettermöglichkeiten. Die Oberfläche sollte unbedingt rau sein, um den Tieren Halt zu ermöglichen.

Sehr häufig wird der Einsatz einer Rückwand vorgeschlagen. Auch diese vergrössert die Nutzfläche des Terrariums. Trotzdem darf die entstehende Mehrfläche in Bezug auf die Terrariengrösse und Anzahl Bewohner jedoch nicht zu den gesetzlichen Vorgaben zur Grundfläche des Terrariums hinzugezählt werden. 

Im Internet finden sich unzählige Anleitungen und Tipps für den Bau einer Rückwand. Bei den meisten werden Styropor, Bauschaum und Fliesenkleber verwendet und teilweise noch mit Epoxidharzen oder ähnlichen Materialien versiegelt. 

Auch hier ist Ihre Kreativität gefragt! Vieles ist möglich - aber nicht alles ist zu empfehlen! Beachten Sie daher bitte die beiden folgenden Punkte:

 

  • Leopardgeckos sind nicht die begabtesten Kletterer. Es kommt schon mal vor, dass auch ein gesundes Tier den Halt verliert und herunterfällt. Daher sollte man die mögliche Fallhöhe der Tiere unbedingt begrenzen. Ordnen sie Felsvorsprünge so an, dass sie von unten nach oben hin immer kleiner werden. Somit stürzt ein Tier im Fall der Fälle vom einen Plateau lediglich auf die darunterliegende Ebene. Stürze aus grosser Höhe könnten gesundheitliche Schäden verursachen. Dies ist mit ein Grund, warum wir für Leopardgeckos nur Terrarien mit einer Höhe von bis zu 80 cm empfehlen.

 

  • Häufig wird angeraten, den Tieren möglichst viele Ritzen und Spalten (diese werden auch gerne als "Quetschspalten" bezeichnet) in der Rückwand anzubringen. Es wird damit argumentiert, dass Leopardgeckos diese zwingend benötigen würden. In Wahrheit werden diese Spalten zwar durchaus genutzt, jedoch können Höhlen und enge Spalten stattdessen auch am Boden angebracht werden. Als Bodenbewohner ist es für die Tiere natürlicher, diese Höhlen am Boden zur Verfügung gestellt zu bekommen. Selbstverständlich können trotzdem auch einige Spalten in die Rückwand eingearbeitet werden. Bedenken Sie aber, dass viele dieser Ritzen nur schwer zu reinigen sind und die Hygiene bei Kotansammlungen und eventuell verendeten Insekten zu wünschen übrig lässt. Wir selbst verwenden bei unseren Tieren keine Rückwände - aus hygienischen Gründen. Dafür stellen wir viele Verstecke am Boden zu Verfügung und bieten ausserdem eine Feuchtbox. Dies reicht absolut aus und ist ohne Zweifel artgerecht! 

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Rückwände sind eine gute Möglichkeit, die Aktionsfläche in einem Terrarium zu vergrössern. Die Fallhöhe muss dabei allerdings möglichst klein gehalten werden.

 

Terrarium: Pyerre Toscano

Wassernapf

Selbstverständlich benötigen auch Leopardgeckos Wasser. Da die Tiere stehendes Wasser erkennen können, genügt bereits ein kleiner Napf mit einer Füllhöhe von 2 bis 3 cm. Manche Tiere lecken auch gerne Wassertropfen von Einrichtungsgegenständen und (Glas-)Scheiben. Viele Halterinnen und Halter überbrausen das Terrarium daher ein- bis zweimal täglich mit einem Wasserzerstäuber. Wir selbst überbrausen unsere Terrarien nicht mehr. Einerseits decken unsere Leopardgeckos ihren Wasserbedarf am Wassernapf, andererseits häuten sie sich dank der Feuchtbox sogar besser als früher mit täglichem Sprühen. Nähere Informationen sowie empfehlenswerte Tipps dazu finden Sie unter Wasserversorgung.

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Wassernäpfe sind in diversen Formen und Farben erhältlich. Aber auch einfache Glasgefässe erfüllen ihre Zwecke.

Calciumschale

Das Bereitstellen von Calcium ist bei der Haltung von Leopardgeckos ein absolutes Muss, welches leider von vielen Halterinnen und Haltern vernachlässigt wird. Im Wachstum befindliche Jungtiere sowie trächtige Weibchen haben einen enorm hohen Bedarf an Calcium; aber auch alle anderen Tiere benötigen es von Zeit zu Zeit. Calcium, welches man am besten in einer flachen Schale anbietet, wird bereits von Jungtieren schnell erkannt und aktiv aufgeleckt. Wir konnten schon beobachten, dass zehnjährige Leopardgeckos, welchen noch nie Calcium in einer Schale angeboten worden war, sich innert Minuten auf die Schale stürzten und Unmengen davon aufleckten. Bieten Sie unbedingt Calciummischungen ohne Vitamine an. Unter dem Einfluss von Licht und Wärme werden viele Vitamine inaktiv und verlieren somit ihre Wirkung. Vitaminpräparate werden am besten durch damit bestäubte Futtertiere verabreicht. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unter Vitamine & Mineralien.

Leopardgeckos müssen mit ausreichend Calcium versorgt werden. Am besten bietet man dieses in einer flachen Schale an.

 

Video: Jérôme von Gunten