Feuchtbox (wetbox)

In ihren Herkunftsgebieten ziehen sich Leopardgeckos tagsüber in kühlere Höhlen zurück. Daher sollten ihnen Feuchtboxen, auch wetbox (wet = engl. für feucht) genannt, im Terrarium zur Verfügung stehen. Sie werden allerdings nicht nur als Schlafgelegenheit genutzt: Viele Weibchen setzen ihre wertvollen Eier in ihnen ab. Durch die vorherrschende Feuchtigkeit trocknen die luft- und feuchtigkeitsdurchlässigen Eier nicht aus und der Embryo kann sich entwickeln. Des Weiteren benötigen Leopardgeckos zur optimalen Häutung eine gewisse Feuchtigkeit, welche sie ebenfalls in einer Feuchtbox finden. 

Eine wetbox kann denkbar einfach hergestellt werden. Sie besteht aus einem Gefäss mit Deckel, welches mit geeignetem Substrat gefüllt wird.

 

Die Box

Als Gefäss sind sehr viele Boxen geeignet - aber nicht alle. Feuchtboxen sollten möglichst nicht transparent sein, um im Innern Dunkelheit zu gewährleisten. Für eine Gruppe von bis zu vier Tieren wählt man am besten eine Box mit den ungefähren Massen von 30 cm x 20 cm x mind. 10 cm (Länge x Breite x Höhe). Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Höhe gelegt werden. Gerade trächtige Weibchen nutzen ihre Feuchtboxen zur Eiablage. Schon einige Tage vor der Eiablage können auf der Suche nach dem besten Ablageplatz sogenannte Probegrabungen beobachtet werden. Ist der ideale Platz gefunden, buddelt das Weibchen eine tiefe Mulde, setzt ihre maximal zwei Eier ab und bedeckt ihre Brut wieder mit Substrat. Damit dem Weibchen ausreichend Bodensubstrat für diese Tätigkeit zur Verfügung steht, sollte die Feuchtbox also eine Substrathöhe von mindestens 7 cm aufweisen. Zwischen der Substratoberfläche und dem Boxendeckel ist eine Hohlraumhöhe von 3 cm bis 4 cm sicherlich ideal.

Viele Halterinnen und Halter nutzen die im Terraristikhandel erhältlichen BraPlast-Boxen oder Kunstfelsen mit integrierter Höhle. Leider ist die Füllhöhe dieser Produkte oft nur sehr gering, was sich meist darin äussert, dass trächtige Weibchen Teile des Bodens freilegen und ihre Eier auf dem blanken Boden absetzen. In diesem Fall wird deutlich, dass die Substrathöhe nicht ausreichend ist. Wir nutzen seit Jahren ausschliesslich RAKO-Boxen als Feuchthöhlen. Diese sind problemlos zu reinigen, sehr stabil und beinahe unzerstörbar.

 

Der Zugang zur Höhle erfolgt mit Vorteil vom Deckel her. Sicherlich wäre ein Eingang von der Seite ebenfalls möglich, jedoch kann ein ablagebereites Weibchen die halbe Box umgraben und so grosse Mengen des Substrates durch eine Seitenöffnung aus der Box ins Terrarium scharren. Daher hat sich ein Zugang von oben absolut bewährt und wird von den Tieren ohne Probleme akzeptiert. Bitte vergessen Sie nicht, die bei Zuschnitt des Eingangs entstehenden, scharfen Kanten abzurunden, so dass sich die Tiere nicht verletzen können. Jetzt wird die Feuchtbox im Terrarium platziert. Es macht keinen Sinn, die kühlere, feuchte Höhle im heissen Bereich des Terrariums anzubringen. Viel besser ist es, sie in einer kühlen Ecke zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich können Sie auch mehrere, unterschiedlich feuchte Boxen verwenden.

Natürlich ist eine lose Box in einem ansonsten schön eingerichteten Terrarium kein Blickfang. Sie können Ihre Feuchboxen problemlos hinter Korkplatten verstecken oder sie gar mit Styropor, Bauschaum, Fliesenkleber etc. von aussen in einen künstlichen Felsen mit Höhleneingang verwandeln. Anleitungen dazu finden Sie haufenweise im Internet. Den Leopardgeckos spielt das aber keine Rolle und es ist daher nur als optische Verschönerung zu betrachten. 

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Die Feuchtbox wird gerne  als Verstecks- und Rückzugsmöglichkeit angenommen und dient ausserdem zur Eiablage.

Das Substrat

In der Regel werden drei verschiedene Substrate für Feuchthöhlen empfohlen: Sphagnum-Moos, Vermiculite und ein Gemisch aus Erde und Sand. Sphagnum-Moose sind Torfmoose, die getrocknet und in Ziegel gepresst gekauft werden können. Zwar halten sie die Feuchtigkeit sehr gut und haben ausserdem eine pilzhemmende Wirkung, jedoch raten wir vom Gebrauch für unsere Zwecke ab. Sphagnum-Moos ist sehr lose und zusammenhängend. Weibchen vor der Eiablage können darin nur schlecht richtige Mulden formen. Wir haben des Öfteren beobachtet, dass die Eier als Konsequenz irgendwo verstreut in der Feuchtbox abgesetzt wurden.

Feuchtes Vermiculite wirkt sehr klebrig und haftet an Gefässen, Händen und auch an den Geckos. So wird es nicht nur aus der Feuchtbox getragen und im Terrarium verstreut, es birgt auch die Gefahr, von den Tieren verschluckt zu werden, wenn sie sich mit der Zunge davon zu reinigen versuchen. Vermiculite ist zwar ein ideales Brutsubstrat, das wir in den Inkubatoren selber auch verwenden, vom Einsatz in Feuchtboxen raten wir aber dringend ab!

Wir selbst bevorzugen ein Gemisch aus Kokoserde und grobem Sand. Kokoserde wird üblicherweise in Ziegel gepresst verkauft, die in lauwarmem Wasser aufgeweicht werden. Der Ziegel saugt sich mit Wasser voll und zerfällt zu Kokoserde. Da das Substrat in der Feuchtbox - wie der Name schon verrät - zwar feucht, aber unter keinen Umständen nass sein sollte, wird die Kokoserde anschliessend mit beiden Händen kräftig ausgepresst, bevor sie mit Sand im Verhältnis 1:1 vermengt wird.

Kokoserde hat ebenfalls eine schimmelhemmende Wirkung. Lediglich Insektenteile oder Kot können ab und an etwas Schimmel ansetzen und sollten daher regelmässig entfernt werden (dies ist auch bei Sphagnum-Moos der Fall).

Das fertige Substrat wird nun in die Feuchthöhle gefüllt und etwas angedrückt. Sobald das Substrat auszutrocknen beginnt, füllt man etwas Wasser nach. Im Gegensatz zu Blumenerde kann selbst komplett ausgetrocknete Kokoserde im Nu wieder angefeuchtet werden. Das Wasser perlt dabei nicht ab.

Das Substrat in der Feuchtbox sollte, je nach Zustand und Pflege, alle drei bis sechs Monate ausgewechselt werden. In unseren Anfängen vor über 20 Jahren hatten wir übrigens oft das Problem, dass unsere Leopardgeckos Häutungsreste an den Zehen aufwiesen. Dies kann unter Umständen den Verlust der Zehen zur Folge haben. Obwohl wir das Terrarium damals täglich mit einem Wasserzerstäuber überbraust haben, hatten die Tiere offenbar eine zu niedrige Feuchtigkeit, um sich zu häuten. Mittlerweile, dank der Feuchtbox, hatten wir das Problem seit Jahren nicht mehr. Und das, obwohl wir das Terrarium nicht mehr mit Wasser besprühen! Fazit: Gut geplante Feuchtboxen sind ein Muss für jedes Leopardgecko-Terrarium.

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